Unangenehme Entscheidungen? Warum das „Warum“ den Unterschied macht
Shownotes
Unangenehme Entscheidungen gehören zum Führungsalltag. Doch wie Mitarbeitende damit umgehen, hängt nicht nur von der Entscheidung selbst ab. Es kommt auch darauf an, wie du sie kommunizierst.
In dieser Folge erzähle ich dir von einem Erlebnis aus einem Unternehmen. Dort musste die Geschäftsleitung aufgrund der wirtschaftlichen Situation den Kurs ändern. Für die Mitarbeitenden bedeutete das Veränderungen, die nicht unbedingt auf Begeisterung stießen.
Was mich beeindruckt hat: Die Geschäftsleitung nahm sich Zeit, die Hintergründe zu erklären. Sie beschränkte sich nicht auf Zahlen, Daten und Fakten. Stattdessen erklärte sie, warum die Veränderung notwendig ist, welches gemeinsame Ziel dahintersteht und wie es ihr selbst mit der Entscheidung geht.
Damit gab sie den Mitarbeitenden etwas, das wir Menschen besonders in unsicheren Zeiten brauchen: Orientierung.
In dieser Folge erfährst du:
- warum gute Kommunikation gerade bei unpopulären Entscheidungen so wichtig ist
- weshalb Hintergründe Mitarbeitenden helfen, Veränderungen besser mitzugehen
- warum eine Sprachnachricht manchmal mehr bewirken kann als ein Rundschreiben
- was das psychische Grundbedürfnis nach Orientierung und Kontrolle damit zu tun hat
- welche Fragen du dir stellen kannst, bevor du wichtige Informationen an dein Team weitergibst
Denn du kannst als Führungskraft nicht jede Unsicherheit beseitigen. Aber du kannst dafür sorgen, dass deine Mitarbeitenden verstehen, was passiert, warum es passiert und wohin die gemeinsame Reise gehen soll.
Dein Impuls für diese Woche:
Überlege dir bei deiner nächsten wichtigen Botschaft nicht nur, was du sagen möchtest. Frage dich auch: Welche Hintergründe braucht mein Team, damit es die Entscheidung verstehen und einordnen kann?
Transkript anzeigen
00:00:03: Ich hatte vor einigen Tagen die Möglichkeit, in einer Firma einen Workshop zu machen.
00:00:38: Na, am Prinzip waren es mehrere Workshops.
00:00:41: Und manchmal ist das so dass ich vorher sozusagen Hintergrundinformationen habe.
00:00:47: was hat sich in letzter Zeit geändert?
00:00:50: Was beschäftigt gerade die Geschäftsführung?
00:00:52: Was beträgt die Mitarbeitenden?
00:00:55: Das ist nicht immer so.
00:00:56: meistens hab' ich ja klar um rissende Aufträge.
00:01:01: In dem Fall wusste ich auch nichts über die Veränderungen die in der Firma eingeleitet wurden.
00:01:07: Das hatte man vor und nach Teile.
00:01:12: Erstmal habe ich auch gar nichts mitbekommen.
00:01:14: Wir haben unseren Workshop gestartet, waren fleißig.
00:01:17: Ich hatte mal wieder die Möglichkeit schnell um zu planen!
00:01:21: Ich liebe ja solche Überraschungen Wenn ich feststelle Ups Annette Es braucht ein bisschen eine Anpassung von deinem Workshop Weil Auch da hatten wir ein kleines nettes Kommunikations-Missverständnis In der Mittagspause.
00:01:41: Manche aus der Gruppe angesprochen haben gesagt, du sagst mal hast du mitgekriegt was bei uns gerade ist habe ich gesagt nö es gab jetzt kein Gespräch vorher und dann haben wir die Mitarbeitenden erzählt dass es grad bisschen stürmisch ist so könnte man das nennen.
00:02:03: Das ist ja nun nichts Neues.
00:02:05: Wir haben ja gerade durchaus unsere wirtschaftlichen Schwierigkeiten und das merken viele Unternehmen Und so auch bei denen.
00:02:13: Die Geschäftsführung hat gegen gesteuert.
00:02:17: Solche Gegensteuerungen sind ja oft zu, dass man sie nicht so gerne haben möchte.
00:02:21: Das ist ähnlich wie mit den Reformen in Deutschland die wohl bitter nötig sind und die wir Bürger auch nicht wirklich gut finden.
00:02:31: Es kostet uns halt was Im wahrsten Sinne des Wortes Und auch im übertragenen Sinn.
00:02:39: Für mich war einfach ganz spannend Dass es nicht darum ging fürchterlich zu schimpfen, sondern es hat man mir erzählt und ja, manches wurde vielleicht nicht so ganz gut verstanden.
00:02:53: Am nächsten Tag hatte ich eine andere Gruppe und das Thema kam gar nicht auf!
00:03:01: Und nach dem zweiten Workshop hatte ich mich mit der Geschäftsleitung zusammengesetzt und habe auch erzählt dass da was angesprochen wurde und da hat mich dann die Geschäfts- leitung informiert, was gerade ist... ...und sie hat mir gezeigt wie sie mit den Mitarbeitenden kommuniziert hat.
00:03:26: Und es fand ich richtig gut!
00:03:29: Nein, inhaltlich gesehen hat dem einen oder anderen nicht gefallen.
00:03:34: Da war einfach eine Kursänderung notwendig am Ende des Tages für das Unternehmen und für die Mitarbeitende.
00:03:44: Das was mich da so sehr beeindruckt hat, war die Art und Weise wie die Geschäftsführung das gemacht hat Denn Sie hatten nicht einfach ein Rundschreiben raus geschickt sondern sie hat schon beim ersten Gefühl, ob Sie – wir müssen vielleicht eine Kurskorrektur machen – eine Sprachnachricht verschickt.
00:04:09: Und zwar eine Sprachenachricht die ich erstens gut formuliert fand und die einfach so war dass sie jeder verstehen konnte.
00:04:19: Die Geschäftsleitung hat informiert was gerade los ist und das es sein kann, dass sie gegensteuern müssen.
00:04:33: Gleichzeitig ist die Geschäfts- leitung So, dass sie sagt Fakten sind ihr sehr wichtig und alles soll Hand und Fuß haben.
00:04:43: Und so gab es dann eine zweite Information einige Wochen später auch die dürftig anhören.
00:04:51: Da wurde angekündigt was notwendig ist um den Kurs neu zu setzen zu berechnen und an die Segel zu setzen.
00:05:04: Auch da hat sich die Geschäftsleitung wirklich Zeit genommen die Hintergründe zu erläutern.
00:05:12: Sie hat auch in der Botschaft gesagt, dass es ihr nicht leicht fällt und das sie hofft, dass alle gemeinsam das Ziel erreichen und dann wieder umgesteuert werden kann.
00:05:27: Danach hat mich nicht mehr gewundert, dass ich nicht erlebt habe, dass die ganzen Führungskräfte mit denen ich zu tun hatte, das gar nicht groß angesprochen haben.
00:05:39: Ich kenne das ehrlich gesagt auch anders!
00:05:43: Denn hier gab es etwas was sicherlich einen großen Unterschied gemacht hat für die Mitarbeitenden.
00:05:54: Die Geschäftsleitung hat sich Zeit genommen, ich bin mir sehr sicher – so gut kenne ich sie – dass es sich auch gut überlegt hat, was sie sagt.
00:06:05: Dass sie erläutert hat.
00:06:08: aus welchem Grund macht sie das?
00:06:11: Ergänzt wurde das Ganze dann schon noch durch ein schriftliches Informations-Jahrschreiben und ich habe so gedacht Auch wenn es unangenehm ist, inhaltlich was darüber gekommen ist, hatte ich den Eindruck die Führungskräfte mit denen ich zu tun hatte haben das verstanden.
00:06:35: Die haben verstanden dass es nicht darum geht irgendjemandem zu ärgern sondern dass bei rauer See manchmal der Kurs geändert werden muss bis man wieder in ruhigere Gewässer kommt und dann vielleicht den Kurs erneut ändern kann.
00:06:52: Für mich hat des eines ganz deutlich gezeigt Menschen kommen mit solchen Dingen besser zurecht, wenn es gut kommuniziert wird.
00:07:02: Wenn sich jemand wirklich Zeit für die Hintergründe nimmt!
00:07:07: Wenn sich diese Person vorher überlegt was will ich rüberbringen?
00:07:14: Was muss da unbedingt drin sein an Informationen?
00:07:18: Was denke ich mir dabei?
00:07:21: Wie geht's mir selber dabei und was ist das große gemeinsame
00:07:27: Ziel?!
00:07:29: Und das ist dieser Geschäftsleitung In meinen Augen wirklich richtig gut gelungen.
00:07:39: Ich kenne auch ganz andere Situationen, wenn ich in Workshops drin bin und die Führungskräfte mit denen ich arbeite – ah man kann schon sagen richtig Krantex sind!
00:07:55: Wenn vielleicht die Information nicht so gut gewesen ist oder zu sehr zahlen Datenfakten basiert.
00:08:06: Warum ich dir das erzähle?
00:08:09: Naja, ich war ja vor einiger Zeit in Italien und habe mich dann nochmal mit dem psychischen Grundbedürfnis des Menschen nach Klaus Grawe beschäftigt.
00:08:17: Und eines dieser Grundbedörfnisse ist ja nun mal eben Orientierung und Kontrolle!
00:08:25: Und nein, ein Mitarbeiter kann nicht kontrollieren wenn es jetzt so ist das was geändert werden muss weil eine Kursanpassung notwendig ist.
00:08:38: Doch was die Geschäftsleitung hier gemacht hat ist Orientierung zu geben Und nicht nur mit einem Schriftstück, sondern eben auch mit einer Sprachnachricht.
00:08:49: Da drücken wir uns einfach anders aus!
00:08:51: Es ist auch ein Unterschied ob du von mir einen Brief lesen würdest oder ob du mir hier im Podcast zuhörst und ich möchte dich ermuntern es dieser Geschäftsleitung leicht zu tun wenn Du Informationen weiter gibst die Menschenorientierung geben und das ist so wichtig für uns.
00:09:14: Menschen brauchen Orientierung.
00:09:17: Dann überlegt dir gut, was genau willst du rüberbringen?
00:09:22: Wer sind deine Zuhörenden und wie solltest du's formulieren damit es auch richtig ankommt.
00:09:30: Was ist das höhere Ziel?
00:09:34: Was wollt ihr damit gemeinsam erreichen?
00:09:36: aus welchem Grund ist es wichtig?
00:09:40: und vielleicht auch wie es dir selber damit geht.
00:09:45: Manchmal muss man Entscheidungen treffen die man nicht so gut findet oder Man ist so ein bisschen ambivalent, weil man versteht, weil seine Mitarbeitenden irgendwie motzen und sagen ich will da irgendwas bestimmtes nicht.
00:09:57: Ich kann das oft verstehen!
00:10:00: Und zur gleichen Zeit es wichtig im Sinne der Firma zu handeln, weil am Ende ist die der Arbeitsplatz und versorgt einen mit dem Gehalt.
00:10:15: Weil Orientierung und Kontrolle so wichtig sind, ist es total sinnvoll darauf einzuzahlen auf dieses Konto sozusagen einzuzahlen.
00:10:26: Ich werde mal am besten in den nächsten Podcastfolgen noch mehr darüber erzählen, was hinter diesem Modell steckt und aus welchem Grund es für dich höchst sinnvoll sein könnte genau das zu nutzen.
00:10:42: Mir hat es mal wieder gezeigt dass auch wenn unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen Wenn dann jemandes hinkriegt gut zu kommunizieren Dann können Menschen es besser mitgehen Auch wenns unangenehm ist.
00:11:05: ich wünsche dir Dass du deine Kommunikation vielleicht ein bisschen überdenkst und anpasst.
00:11:11: Und dass du damit dann sehr erfolgreich bist!
00:11:15: Kannst ja schon mal überlegen bis zum nächsten Mal, wo Du dafür sorgen wirst, das Du Dir Zeit für die Hintergründe nimmst.
00:11:24: Schön, dass Du mit dabei warst – ich hoffe, Du konntest in einen oder anderen Gedanken als Inspiration für Dich mitnehmen.
00:11:33: U und N. Ich freue mich, wenn wir uns bald wieder hier hören!
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